| |

Pressebüro
Dr. Annalisa Carnio
|
|
WELCHES HANDWERKLICH HERGESTELLTE SPEISEEIS?
Die Speiseeiswelt in Deutschland verändert sich
In diesem kalten und langen Frühling konnten wir alle hinter der Theke, im Eislabor oder im Büro über unser Produkt, unsere Verbraucher und über die Veränderungen dieses Marktsegments und die in Deutschland eingeschlagene Richtung nachdenken.
Und es ist richtig, dass wir darüber nachdenken, denn abgesehen davon, dass wir dieses Jahr keinen richtigen Frühling hatten, was Nachteile für uns alle gebracht hat, gibt es noch etwas anderes, das uns die Welt des Speiseeises aufmerksam beobachten lässt.
Es trifft eine Vorhersage ein, die vor einigen Jahren in Italien gemacht wurde, und zwar eine Veränderung bei der Nachfrage. Der Verbraucher möchte wissen, welche Zutaten für die Erzeugung von Speiseeis verwendet werden. Dieser Wunsch, der vor einigen Jahren nur von gebildeten Verbrauchern geäußert wurde, die daran gewöhnt waren, sich zu informieren und bewußt zu ernähren, wird heute auch von der großen Masse und Durchschnittsverbrauchern geäußert, die darüber informiert sein wollen, was sie kaufen und essen.
Der Beweis dafür ist in den auflagenstarken Zeitungen wie z.B. Bild zu finden, die aufgrund dessen, dass sie in diesen trüben und kalten Monaten nicht über Eissorten, Trends und Preise schreiben konnten, zum ersten Mal das Thema Eis an seinen Zutaten festgemacht haben. Dies bedeutet, dass auch der Durchschnittsleser in ganz Deutschland den richtigen Bewußtseinsgrad im Hinblick auf die Produkte und Zutaten erreicht hat, um diese Art von Artikeln zu lesen. Diese Artikel beleuchten – endlich – die Unterschiede zwischen industriellen, halbindustriellen und handwerklichen Produkten, vor allem aber wertschätzen und schützen sie wieder diejenigen, die handwerkliches Speiseeis mit frischen Produkten und einer handwerklichen Arbeitsmethode herstellen.
Die Nachricht ist klar: Wahrscheinlich wird derjenige, der in Zukunft ein Speiseeis handwerklich und ethisch erzeugt, mehr Erfolg haben. Um dies zu tun, wird der echte Speiseeishersteller auf allen Ebenen im Eislabor wie auch im Geschäft ein Profi sein.
Im Gegensatz dazu müssen die Speiseeishersteller ohne eine professionelle Grundausbildung und mit einem mittelmäßigen Eisangebot mit einem nicht natürlichen Geschmack untereinander in den Kampf um den niedrigsten Preis einsteigen und werden nur von Laufkundschaft leben. Ihnen wird eine Bindung der Kunden nicht gelingen, da das Produkt keinem Vergleich standhält. Wir wissen alle, dass derjenigen, der ein Mal etwas minderwertiges isst, wahrscheinlich freiwillig nicht mehr in dieses Lokal zurückkommen wird.
Das Bewußtsein für unser Essen und die daraus hervorgehende Geschmackserziehung sind Prozesse, die sich in unserer Gesellschaft in Entwicklung befinden. Viel hat die Politik der europäischen Gemeinschaft bei der Lebensmittelkontrolle und bei der Pflicht zur Information über diese Lebensmittel dazu beigetragen. Der Rest wurde von den Medien geleistet. Wir alle stellen fest, dass unser Verhältnis zu Nahrungsmitteln über diesen Prozess der Erkenntnis und Bewußtseinsentwicklung revolutioniert wurde. Das Angebot an Nahrungsmitteln wird immer größer und differenzierter und gleichzeitig gibt es über die Werbung, Artikel und auch dank der immer zahlreicheren Fachzeitschriften für Gesundheit, Sport und Ernährung immer mehr Informationen zu den Produkten. Vielleicht sind wir an einem Scheideweg angelangt und müssen hier erkennen, dass die Zukunft des handwerklich hergestellten Speiseeises und der Erfolg dieser Branche in der Hand von Profis und somit von Speiseeisherstellern mit einer Tradition und von Speiseeisherstellern mit einer Berufsausbildung liegt. Der Rest wird wahrscheinlich nicht in die Geschichte eingehen.
Dr. Annalisa Carnio
|
|