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  GEMEINSAM FÜR ZUKÜNFTIGE GENERATIONEN VON ITALIENERN IN DEUTSCHLAND
Die italienische Botschaft und Uniteis e.V. setzen sich für die Kinder von Italienern in deutschen Schulen ein


Am vergangenen 24. Juni fand in der italienischen Botschaft in Berlin die Feier für die Auszeichnung von fünf italienischen Kindern statt, die das Schuljahr mit Bestnoten abgeschlossen haben. Der Preis besteht aus einer Medaille und einem Wörterbuch der italienischen Sprache.
Eröffnet wurden die Feierlichkeiten durch den neuen Botschafter, Herrn Michele Valensise, der die Gäste begrüßt und eine Rede zur Bedeutung dieser Veranstaltung gehalten hat. An der Feier teilgenommen haben die ausgezeichneten Kinder mit ihren Familien und die Rektoren ihrer deutschen Schulen, die italienische Presse der Agentur Ansa und der Rai aus Berlin, die Vertreter der zweisprachigen Schulen und Kindergärten in Berlin, die Vertreter der Comites (Komitees der Italiener im Ausland) aller deutschen Länder und die Vertreter von Uniteis, der Sekretär Herr Giorgio Cendron und die Leiterin der Pressestelle Dr. Annalisa Carnio. Auch der Rechtsbeistand von Uniteis e.V., die Rechtsanwältin Simonetta Doná, war bei der Veranstaltung in ihrer Rolle als Vorsitzende der Comites-Gruppe Berlin anwesend. Folgende Kinder wurden ausgezeichnet: Ylenia Di Michele vom Gymnasium Schillerschule aus Hannover in Niedersachsen, Lisa Caldonazzo von der Markgraf-Georg-Friedrich-Realschule aus Heilsbronn in Bayern, Alessandra Sciacca von der Grund- und Hauptschule aus Stockach in Baden-Württemberg, Agostino Nickl vom Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium aus Hannover in Niedersachsen, Tibor Johann Cornelli von der Holzhausenschule aus Frankfurt am Main in Hessen.

Die Auszeichnung von italienischen Kindern in deutschen Schulen, die das Schuljahr mit Bestnoten abschließen, ist ein vor fünf Jahren auf Initiative der italienischen Botschaft in Deutschland entstandenes Projekt. Unser Verband wurde von Anfang an als Partner der Initiative und als freier Sponsor einbezogen. Das Ziel ist die Förderung der sozio-kulturellen und sprachlichen Integration der neuen Generationen von Italienern in Deutschland, denen es dank ihres Engagements und ihrer Intelligenz gelingt, Bestnoten in den von ihnen besuchten deutschen Schulen zu erreichen. Die Botschaft ist klar: Man will endgültig weg vom negativen Image der Kinder der “Sonderschulen”, von denen die italienische Emigration in Deutschland für eine lange Zeit bis zum Ende der 80er Jahre gekennzeichnet wurde. Aber nicht nur das, die neuen Generationen von italienischen Kindern wollen wie deutsche Kinder sein, Deutsch als Muttersprache sprechen, gleichzeitig aber noch einen Gang zulegen und auch Italienisch als Muttersprache haben.
Den Kindern, die diese hervorragenden Ergebnisse in den Grund- und Höheren Schulen erreichen, Anerkennung zu zollen, gibt ein motivierendes Beispiel für die italienische Gemeinschaft in Deutschland und fördert direkt und konstant einen Trend hin zu neuen Generationen von Italienern, die zweisprachig in Europa aufwachsen. Die soziale und sprachliche Integration wird zur Grundlage für einen positiven schulischen Werdegang und eine Berufsausbildung, die sich durch nichts von Kindern deutscher Eltern unterscheidet.

Uniteis e.V. hat sofort an dieses Projekt der Botschaft geglaubt, das inzwischen offizielle Anerkennung in Deutschland findet und zum Beispiel als Pilotmodell für die sozio-linguistische Integration in den Schulen auch für andere Ausländergruppen in Deutschland Anwendung findet.
Im heutigen Europa ist es nicht mehr zeitgemäß, in einem anderen Land arbeiten und die Kindern in Italien in die Schule schicken zu wollen, damit sie sich auch weiterhin als Italiener fühlen können. Die italienische Art und der Stolz auf unsere Kultur und Tradition kann auch in Deutschland bestmöglich zum Ausdruck gebracht werden, wenn wir eine berufliche Rolle und die sprachlichen Kenntnisse haben, um sie zu vermitteln. Auch wenn wir, die wir der Elterngeneration angehören, diese Möglichkeiten leider nicht gehabt haben, so dürfen wir sie deshalb oder aus Unsicherheit oder Scheu heraus nicht unseren Kindern verwehren. Wir sind als Italiener nach Deutschland gekommen und haben ein typisch italienisches Produkt wie das italienische Speiseeis mitgebracht, das wir dank unserer Opfer und trotz eines schwierigeren sozio-kulturellen Integrationsprozesses und teilweise auch behindert durch die örtlichen Behörden mit großem Erfolg verkauft haben. Nun müssen wir aber anerkennen, dass diese Zeit vorbei ist und dass unsere Kinder andere berufliche Wege in dem Land einschlagen wollen, in dem sie leben möchten. Gleichzeitig gibt es andere Gleichaltrige aus anderen Familien, die nicht nur deutscher Nationalität sind, die zum Beispiel den Beruf des Speiseeisherstellers erlernen möchten. Die Schulen für Speiseeishersteller in Deutschland sind heute in Europa in der Tat ein Beispiel für die zeitgemäße schulische und berufliche Förderung, denn die Güte und hervorragende Qualität eines Produkts ist nicht das Ergebnis der Nationalität, sondern der Professionalität und theoretischen wie auch praktischen Ausbildung.
Alles bewegt sich in eine Richtung, in der die sozio-kulturelle Integration unserer Generation für den beruflichen Erfolg in der Zukunft nicht mehr ausreichend ist. Die schulischen Ergebnisse sowie die schulische und berufliche Ausbildung sind die notwendigen Grundpfeiler, um einen befriedigenden beruflichen Weg einzuschlagen und ein Geschäft mit dem richtigen Wissen und der Kenntnis der Vorschriften sowie allen anderen notwendigen Informationen zu unserem globalen Wirtschaftsmarkt zu eröffnen oder zu übernehmen.

Dr. Annalisa Carnio


 
 
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